Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Kasperl, Hasen und Bratwürste aus
Anna KrauseWenn es grün ist, hoppe weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Kasperl, Hasen und Bratwürste aus
Mehrere bayerische Städte haben begonnen, herkömmliche Fußgängerampeln durch lokale Kultursymbole zu ersetzen. Damit soll den Straßen mehr Charakter verliehen werden, ohne die Verkehrssicherheit zu beeinträchtigen. Einige Entwürfe stießen jedoch auf Verzögerungen oder Vorbehalte seitens der Behörden.
In Augsburg erhielt die "Kasperl"-Ampel in der Nähe des Theaters eine Sondergenehmigung von der Regierung des Regierungsbezirkes Schwaben. Die Figur erscheint nur bei Rot, um Fußgänger nicht zu verwirren. Nürnberg hingegen installierte ein Signal mit Albrecht Dürers "Feldhasen", das bei Grün aufleuchtet. Die Stadt holte keine externe Genehmigung ein und übernahm die volle Verantwortung für den Betrieb sowie mögliche Haftungsfragen.
Der Vorschlag von Hof für eine "Wärschtlamo"-Ampel – eine Hommage an den berühmten Bratwurstverkäufer der Stadt – wurde zunächst aus Sicherheitsbedenken abgelehnt. Nach einer erneuten Prüfung gab es jedoch grünes Licht, wobei die örtliche SPD-Fraktion die Kosten von 3.000 Euro übernahm. Auch Deggendorf sprang auf den Trend auf und zeigt nun eine knödelwerfende Frau auf seinen Fußgängerampeln.
München verfügt bereits über drei "Pumuckl"-Ampeln, Straubing setzt auf den "Bruder Straubinger", und Dachau nutzt Figuren in traditioneller bayerischer Tracht. Aufgrund der positiven Resonanz plant Dachau weitere thematische Ampeln – jede Schablone kostet 300 Euro zuzüglich der Designergebühr.
Trotz wachsender Beliebtheit bleibt das bayerische Innenministerium ablehnend. Die Behörden argumentieren, dass Ampeln sofort erkennbar sein müssten und nicht für lokale Eigenheiten oder soziopolitische Botschaften instrumentalisiert werden dürften.
Der Trend zu thematischen Ampeln spiegelt den Wunsch wider, lokale Identität mit städtischer Infrastruktur zu verbinden. Während einige Städte ohne Genehmigung vorgehen, müssen andere regulatorische Hürden überwinden. Die Debatte darüber, wie Kreativität und Sicherheit auf Bayerns Straßen in Einklang zu bringen sind, dauert an.






