10 May 2026, 12:06

AWO-Chef Groß warnt: 13 Millionen Menschen in Deutschland von Armut betroffen

Detailierte alte Karte von Weimar, Deutschland, zeigt Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten mit begleitendem Text über die Bevölkerung und bemerkenswerte Merkmale.

AWO-Chef Groß warnt: 13 Millionen Menschen in Deutschland von Armut betroffen

Michael Groß, Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt (AWO), warnt vor einer zunehmenden Verarmung in ganz Deutschland. Mit 13 Millionen Betroffenen – darunter Millionen Kinder und Rentner – kritisiert er, dass grundlegende öffentliche Dienstleistungen in einigen Regionen bereits zusammengebrochen seien. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der durchgesickerte Regierungspläne Kürzungen bei Leistungen für sozial Schwache vorsehen – ein Schritt, den er als erschütternd bezeichnet.

Die AWO, 1919 von der SPD gegründet, um Armut zu bekämpfen, sieht sich heute einer düsteren Realität gegenüber: Die soziale Mobilität in Deutschland ist zum Erliegen gekommen. Groß verweist auf verarmte Stadtviertel und ländliche Regionen, in denen öffentliche Einrichtungen nicht mehr funktionieren. Kommunale Schulden und schrumpfende Haushalte haben die Krise verschärft – allein in den letzten zwei Jahren mussten 20 Prozent der Sozialträger ihre Angebote einstellen.

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Trotz eines 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturprogramms des Bundes – davon 100 Milliarden für die Kommunen – fordert Groß, dass strukturschwache Regionen wie Gelsenkirchen stärker gefördert werden müssten als wohlhabende Städte wie Düsseldorf. Zudem betont er die Notwendigkeit besserer Berufsberatung für Jugendliche und einer Stärkung der Sozialämter, um langfristige Benachteiligung zu überwinden.

Die politische Lage verschärft seine Sorgen: Die SPD, historisch eng mit der AWO verbunden, liegt in Umfragen bei nur noch 12 Prozent und spielt in der Gestaltung sozialpolitischer Maßnahmen kaum noch eine Rolle. Groß warnt, dass sich ohne Reformen die Kluft zwischen Arm und Reich weiter vertiefen werde.

Doch Groß bleibt bei seinen Lösungsvorschlägen: Ein nachhaltiges System der Pflegeversicherung ließe sich durch höhere Staatseinnahmen finanzieren. Angesichts des Zusammenbruchs sozialer Dienstleistungen und der drohenden Leistungskürzungen wächst jedoch der Druck zum Handeln. Die nächsten Schritte werden entscheiden, ob benachteiligte Regionen die dringend benötigte Unterstützung erhalten.

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