09 March 2026, 22:06

Artenschutz-Skandal: Amprion ignoriert Schutzmaßnahmen für bedrohte Kreuzkröten in Osterath

Ein Schild an einem Kettenzaun trägt die Aufschrift "Keine Tiere erlaubt" umgeben von saftigem Gras, Pflanzen und Bäumen, mit einer Wand im Hintergrund und einem klaren blauen Himmel darüber.

Artenschutz-Skandal: Amprion ignoriert Schutzmaßnahmen für bedrohte Kreuzkröten in Osterath

Untersuchung deckt wiederholte Verstöße beim Artenschutz auf Amprion-Baustelle in Osterath auf

Eine Untersuchung der Aktionsgemeinschaft Meerbusch für Tierrechte und Naturschutz hat schwerwiegende Mängel beim Schutz bedrohter Amphibien auf einer Baustelle des Netzbetreibers Amprion in Osterath aufgedeckt. Die Gruppe wirft dem Unternehmen vor, seit über zwei Jahren notwendige Schutzmaßnahmen für Arten wie die Kreuzkröte – eine der am stärksten gefährdeten Amphibien Mitteleuropas – unzureichend umgesetzt oder sogar ignoriert zu haben.

Seit 2023 beobachtet die Aktionsgemeinschaft die Bauarbeiten in Osterath, insbesondere die Einhaltung artenschutzrechtlicher Vorgaben. Zwischen Ende Juni 2023 und Ende November 2025 dokumentierte sie wiederholt Mängel am Amphibien- und Reptilienschutzzaun: Tore blieben nachts oft geöffnet, sodass Tiere auf das Gelände gelangen konnten, während andere Abschnitte fehlerhaft montiert waren oder Lücken aufwiesen.

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Amprion hatte zwar erklärt, der Zaun sei bis zum 31. März 2023 vollständig fertiggestellt worden – die Beweise der Aktivisten widerlegen diese Aussage jedoch. Zudem stellten sie fest, dass im vorgesehenen Ausgleichsgebiet keine neuen Laichgewässer wie Mulden oder Hohlformen für die Kreuzkröten angelegt worden waren.

Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) hatte das Projekt auf Basis eines ökologischen Begleitplans genehmigt, doch sieben von acht Seiten dieses Dokuments – darunter sämtliche Fotos – waren geschwärzt. Als die Aktionsgemeinschaft bei Amprion und der UNB nach Antworten suchte, erhielt sie keine zufriedenstellenden Stellungnahmen. Später gab es Streit über die Glaubwürdigkeit der von der Gruppe vorgelegten Foto-Beweise.

Angesichts der Untätigkeit der Behörden hat die Aktionsgemeinschaft nun eine Fachanwältin für Umweltrecht beauftragt. Als nächsten Schritt plant sie einen formellen Antrag an die UNB, um die Einhaltung der Artenschutzbestimmungen durch Amprion überprüfen zu lassen.

Die Ermittlungen werfen grundsätzliche Fragen zur Durchsetzung des Artenschutzes in Osterath auf. Da die UNB bisher keine verwaltungsrechtlichen Schritte gegen die dokumentierten Verstöße eingeleitet hat, könnte die rechtliche Initiative der Aktivisten eine Überprüfung der ökologischen Auflagen erzwingen. Die streng geschützte Kreuzkröte bleibt ohne wirksame Schutzmaßnahmen weiter in Gefahr.

Quelle