27 April 2026, 22:07

Apothekerkammer stoppt Telemedizin-Kabine in Winterberger Apotheke kurz vor Eröffnung

Apotheker in weißem Kittel mit einer Flasche in der Hand, während er mit einem Kunden in einer Apotheke spricht.

Apothekerkammer stoppt Telemedizin-Kabine in Winterberger Apotheke kurz vor Eröffnung

Geplante Telemedizin-Kabine in Winterberger Franziskus-Apotheke von Apothekerkammer gestoppt

Ein Tag vor der Neueröffnung der Franziskus-Apotheke in Winterberg hat die zuständige Apothekerkammer die Installation einer geplanten Telemedizin-Kabine blockiert. Der Inhaber Jürgen Schäfer zeigt sich verärgert über das überraschende Verbot – immerhin war die 60.000 Euro teure Kabine für den 18. Dezember vorgesehen, doch nun ist ihre Zukunft ungewiss.

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Die Apothekerkammer begründete ihre Entscheidung damit, dass eine Arztkabine innerhalb der Apotheke gegen geltende Vorschriften verstoße. Beamte argumentierten, dies könnte zu unzulässigen Patientenzuweisungen führen – obwohl Telemedizin-Beratungen in Apotheken nach deutschem Recht (§ 129 Absatz 5h SGB V) grundsätzlich erlaubt sind. Der Hersteller der Kabine, das Unternehmen Medivise, betonte hingegen, dass die Installation vollumfänglich den aktuellen Regelungen entspreche und rechtlich einwandfrei sei.

Schäfer hatte gehofft, mit der Kabine den Apothekenalltag zu erleichtern – etwa durch die effizientere Bearbeitung von Wiederholrezepten oder die Verringerung unnötiger Notaufnahme-Besuche. Als die Kammer vorschlug, die Kabine stattdessen außerhalb der Apotheke aufzustellen, lehnte er dies als unpraktikabel ab. Eine schriftliche Begründung für die Ablehnung steht bis heute aus, sodass die Apotheke weiter im Unklaren bleibt.

Der Streit eskaliert zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Schäfer plant, das Geschäft zu Beginn des kommenden Jahres an seine langjährige Mitarbeiterin Jasmin Ennulath zu übergeben. Das unerwartete Verbot wirft nun Fragen auf, ob die geplante Modernisierung der Apotheke vor dem Besitzerwechsel noch umgesetzt werden kann.

Durch den letzten Eingriff der Apothekerkammer ist die Installation der Telemedizin-Kabine vorerst gestoppt. Ohne eine offizielle Stellungnahme bleibt der Apotheke nichts anderes übrig, als abzuwarten – ob die Entscheidung rückgängig gemacht wird oder alternative Lösungen gefunden werden können. Die Entwicklung wird mitentscheiden, ob die geplante Übergabe des Betriebs wie vorgesehen mit der neuen Technologie einhergeht.

Quelle