ABC stoppt erstmals eine komplette Bachelorette-Staffel nach Gewaltvorwürfen
Mila WalterABC stoppt erstmals eine komplette Bachelorette-Staffel nach Gewaltvorwürfen
ABC setzt erstmals in der Geschichte des Formats eine gesamte Staffel von The Bachelorette ab
Zum ersten Mal in der Geschichte der Reality-Serie hat der Sender ABC eine komplette Staffel von The Bachelorette gestrichen. Der Schritt folgt auf die Veröffentlichung eines Videos aus dem Jahr 2023, das angeblich zeigt, wie die Protagonistin Taylor Frankie Paul ihre Ex-Partnerin in Gegenwart ihres Kindes körperlich angreift. Der aktuelle Skandal reiht sich ein in eine lange Liste von Kontroversen rund um Vielfalt, Repräsentation und Verhalten innerhalb der beliebten Dating-Show.
Die Franchise steht seit Jahren in der Kritik, insbesondere wegen ihres Umgangs mit Diversität. Erst 2017 wurde Rachel Lindsay nach öffentlichem Druck zur ersten schwarzen Hauptdarstellerin der Serie. Später forderte sie tiefgreifende Reformen und prangerte strukturelle Probleme bei Casting und Produktion an. Mit Matt James erhielt 2020 erstmals ein Schwarzer die Hauptrolle in The Bachelor – ein Schritt, den viele als überfällig ansahen.
2021 verließ Moderator Chris Harrison die Show, nachdem er die umstrittenen Handlungen der Kandidatin Rachael Kirkconnell verteidigt hatte, darunter die Teilnahme an einer Veranstaltung im Stil einer Plantage aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg. Die Empörung darüber veranlasste ABC, Diversity-Schulungen einzuführen, neue Moderatoren zu verpflichten und die Casting-Richtlinien anzupassen. Kritiker monieren jedoch, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen und die Fortschritte ungleich verteilt bleiben, während Repräsentationslücken bestehen bleiben.
Weitere Skandale prägten die Geschichte der Show: 2014 löste der ehemalige Bachelor Juan Pablo Galavis mit abwertenden Äußerungen über schwule und bisexuelle Menschen breiten Protest aus. Kandidat:innen of Color sehen sich regelmäßig rassistischen Anfeindungen seitens des Publikums ausgesetzt, während Hauptdarsteller:innen wie Jenn Tran – die 2024 als erste asiatisch-amerikanische Protagonistin der Serie fungierte – für den Mangel an asiatischen Bewerber:innen in ihrer Staffel kritisiert wurden.
Anders als bei früheren Kontroversen, in denen das Format Probleme während der laufenden Staffel angegangen ist, bedeutet diese Absage einen seltenen Stopp einer bereits vollständig abgedrehten Serie. Die Entscheidung spiegelt die wachsende Überprüfung sowohl des Verhaltens vor der Kamera als auch der grundsätzlichen Schwierigkeiten der Show mit Inklusion wider.
Die Abschaffung von Pauls Staffel unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen des Formats in Sachen Verantwortung und Repräsentation. Zwar hat ABC Schritte zur Reform unternommen, doch die wiederholten Skandale zeigen, wie schwer es ist, tief verwurzelte Probleme zu lösen. Der Schritt deutet zudem auf einen Wandel hin, wie der Sender auf Vorwürfe von Fehlverhalten seiner Hauptdarsteller:innen reagiert.






